AML und KYC — wann Sie einen B2B-Partner prüfen müssen
Veröffentlicht: 2026-07-24
Nicht jede Beziehung erfordert eine formelle Partnerprüfung, aber in vielen Situationen ist sie Pflicht, nicht nur gute Praxis. Das ergibt sich aus den Geldwäscheregeln (AML), die bestimmte Unternehmen und Berufe verpflichten, ihren Kunden (KYC) und ihren geschäftlichen Partner (KYB) zu kennen. Dieser Ratgeber erklärt, was die Abkürzungen AML, KYC und KYB bedeuten, wann eine Prüfung Pflicht ist, was sie umfasst und wie man sie durchführt, wenn Ihr Partner ein Unternehmen aus Norwegen, Schweden oder Dänemark ist. Wir schreiben allgemein und aus Sicht eines Unternehmens, das einen Partner prüft — dies ist keine Rechtsberatung. Den Umfang eigener Pflichten (Branche, Rolle, Transaktionsschwelle) mit einem Berater oder der Compliance-Funktion bestätigen.
Was sind AML, KYC und KYB?
AML (Anti-Money Laundering) ist die Gesamtheit der Regeln und Praktiken zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Darin tauchen zwei Arbeitsbegriffe auf. KYC (Know Your Customer) bedeutet, seinen Kunden zu kennen — Identität feststellen und bestätigen und das Risiko einschätzen. KYB (Know Your Business) ist eine Variante von KYC für Kunden, die Unternehmen sind — sie umfasst die Bestätigung von Existenz und Status des Unternehmens, seiner Vertretung und seiner wirtschaftlich Berechtigten.
In der Praxis verbindet KYB bei einem nordischen Partner mehrere Stränge, die wir in gesonderten Ratgebern behandeln: Registerdaten, Status und Finanzen sowie die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten (UBO). Konkrete Definitionen und Anforderungen ergeben sich aus den Regeln des jeweiligen Landes und werden mitunter aktualisiert — hier beschreiben wir sie allgemein.
Wann ist die Partnerprüfung Pflicht?
Die Pflicht zu Sorgfaltsmaßnahmen gegenüber dem Kunden ergibt sich aus den AML-Regeln und gilt für sogenannte Verpflichtete — also bestimmte Branchen und Berufe. Klassisch sind das Banken und Finanzinstitute, doch die Liste kann breiter sein und umfasst u. a. Buchhaltungsbüros, Berater, Immobilienmakler, Notare oder Händler mit hochwertigen Gütern. Über die Branchenzugehörigkeit hinaus wird die Pflicht oft durch Transaktionsumstände ausgelöst: Wert über einer Schwelle, Barzahlung oder erhöhtes Risiko.
Entscheidend ist der risikobasierte Ansatz: je höher das Risiko, desto tiefer die Prüfung. Selbst wenn Sie formal kein Verpflichteter sind, kann eine Partnerprüfung aus geschäftlicher Vorsicht sinnvoll sein. Ob und in welchem Umfang Sie AML-Pflichten haben, hängt von Ihrer Situation ab — mit einem Berater oder der Compliance-Funktion bestätigen; dieser Ratgeber legt sie nicht fest.
Was umfasst die Partnerprüfung?
Der Umfang hängt vom Risiko ab, umfasst aber meist mehrere Schichten. Die folgende Tabelle ordnet die typischen Elemente einer Unternehmensprüfung (KYB) und zeigt, woher die Daten stammen. Das ist eine Vereinfachung — der genaue Umfang und die erforderlichen Nachweise ergeben sich aus Ihren Pflichten und Ihrer Richtlinie, die man mit einem Berater festlegen sollte.
| Schicht | Was Sie bestätigen | Datenquelle |
|---|---|---|
| Unternehmensidentität | Existenz, Rechtsform, Status | Unternehmensregister (BRREG/Bolagsverket/CVR) |
| Vertretung | wer für das Unternehmen handeln darf | Unternehmensregister |
| Wirtschaftlich Berechtigter (UBO) | wer das Unternehmen letztlich kontrolliert | Register wirtschaftlich Berechtigter (siehe UBO-Ratgeber) |
| Risiko und Sanktionen | Risikosignale, Verflechtungen, Listungsstatus | eigene Bewertung + spezialisierte Quellen |
Wie führt man die Prüfung bei einem nordischen Partner durch?
Bei einem Unternehmen aus Norwegen, Schweden oder Dänemark sind die Prüfdaten über Register verteilt und teils in der Landessprache. Identität, Rechtsform, Status und Vertretung bestätigen Sie im Unternehmensregister (BRREG in Norwegen, Bolagsverket in Schweden, CVR/Virk in Dänemark), Steuer- und USt-Status bei der nationalen Verwaltung, den wirtschaftlich Berechtigten im entsprechenden Register. Die finanzielle Lage bewerten Sie aus den Abschlüssen (årsregnskap/årsredovisning/årsrapport).
Dies selbst aus mehreren Quellen in einer Fremdsprache zusammenzusetzen, ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Ein NordScan-Bericht fasst Registerdaten, Rechtsform, Vertretung, Status und Finanzen eines nordischen Unternehmens in einem klaren Ganzen in Ihrer Sprache zusammen — was die KYB-Schicht beschleunigt. Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten und Sanktionsbewertung behandeln wir im verwandten UBO-Ratgeber. Passen Sie ausreichenden Umfang und Dokumentation der Prüfung an Ihre Pflichten an — mit einem Berater oder der Compliance-Funktion bestätigen.
Dokumentation und laufende Überwachung
Die Prüfung endet nicht mit einer einmaligen Kontrolle. Unterliegen Sie AML-Pflichten, müssen Sie meist dokumentieren, was Sie wann geprüft haben, und die gesammelten Nachweise für einen erforderlichen Zeitraum aufbewahren — das kann geprüft werden. Bei einer dauerhaften Beziehung kommt laufende Überwachung hinzu: Daten aktualisieren und auf wesentliche Änderungen reagieren, z. B. Eigentümerwechsel, Statusänderung oder neue Risikosignale.
In der Praxis heißt das: Ein einmal erstellter Bericht veraltet mit der Zeit, und bei längerer Zusammenarbeit sollte die Prüfung regelmäßig wiederholt werden. Konkrete Aufbewahrungsfrist und Prüfhäufigkeit ergeben sich aus den Regeln und Ihrer Richtlinie — mit einem Berater oder der Compliance-Funktion bestätigen. Dieser Ratgeber legt diese Anforderungen nicht für Sie fest.
Häufige Fragen
- Worin unterscheiden sich KYC und KYB?
- KYC (Know Your Customer) bedeutet, den Kunden allgemein zu kennen — auch eine natürliche Person. KYB (Know Your Business) ist die auf Unternehmenskunden fokussierte Variante: Bestätigung von Existenz und Status, wer das Unternehmen vertritt und wer der wirtschaftlich Berechtigte ist. Bei B2B-Partnern meint man meist KYB.
- Muss jedes Unternehmen AML-Maßnahmen anwenden?
- Nein. Die formale Pflicht gilt für Verpflichtete — bestimmte Branchen und Berufe (u. a. Finanzinstitute, Buchhaltungsbüros, Berater, Immobilienmakler). Andere können einen Partner aus geschäftlicher Vorsicht prüfen. Ob und in welchem Umfang Sie Verpflichteter sind, sollte mit einem Berater oder der Compliance-Funktion bestätigt werden.
- Was ist der risikobasierte Ansatz?
- Das ist der Grundsatz, dass die Prüftiefe dem Risiko der Beziehung entspricht. Bei geringem Risiko genügen Grundmaßnahmen, bei erhöhtem verstärkte (z. B. gründlichere Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, Mittelherkunft oder Verflechtungen). Risiko bewertet man u. a. nach Land, Branche, Eigentümerstruktur und Art der Transaktion. Konkrete Kriterien sollte man in einer mit dem Berater abgestimmten Richtlinie festhalten.
- Wie hängt AML mit dem wirtschaftlich Berechtigten und Sanktionen zusammen?
- Die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten (UBO) und die Prüfung, ob verbundene Personen sanktioniert sind, sind typische Elemente der AML/KYB-Prüfung. Es geht darum zu wissen, wer wirklich hinter einem Unternehmen steht und ob die Beziehung Beschränkungen verletzt. Die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten und die damit verbundenen Registergrenzen behandeln wir ausführlicher im verwandten Ratgeber zum UBO in den nordischen Ländern.
- Wie beschleunige ich die Prüfung eines nordischen Partners?
- Statt Daten aus mehreren nordischen Registern in der Landessprache zusammenzusetzen, ist es bequemer, sie in einem Bericht zu bündeln. Ein NordScan-Bericht ordnet Registerdaten, Rechtsform, Vertretung, Status und Finanzen eines Unternehmens aus Norwegen, Schweden oder Dänemark in Ihrer Sprache in einer einzigen PDF — was die KYB-Schicht beschleunigt. Passen Sie ausreichenden Umfang und Dokumentation an Ihre Pflichten an und bestätigen Sie sie mit einem Berater.
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Dieser Ratgeber dient nur der Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Rechtslage und Registerregeln können sich ändern — maßgeblich sind stets die Angaben in den amtlichen Registern des jeweiligen Landes.